Hallo, ich bin LeiSa.

Ich bin Sabrina Leitner – Gründerin und Betreiberin der LeiSa Siebdruckwerkstatt.

Nach der Matura an der HBLA für künstlerische Gestaltung arbeitete ich als Grafikerin in verschiedenen Unternehmen. Meine Hauptaufgabe war es, Werbeprospekte zu gestalten. Die ständige Arbeit vor dem Bildschirm und das Wissen, Zeit und Energie in etwas zu investieren, das oftmals ungesehen im Müll landet, das passte einfach nicht zu meinen Überzeugungen und Werten.

Mir fehlte das handwerkliche Tun. Etwas mit meinen Händen zu schaffen.

Deshalb machte ich mich auf die Suche: Ich wollte nebenbei etwas starten, das mich glücklich macht. Dabei war es eigentlich nicht mein Ziel, mich selbstständig zu machen. Das ist (zum Glück) einfach passiert. Ich habe einen Kurs für Gründer an der WKO gebucht und das Gewerbe angemeldet. Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr genau erinnern, warum ich es getan habe. Mir war definitiv nicht bewusst, was es bedeutet, diesen Schritt zu gehen. Denn wenn ich gewusst hätte, was das mit sich bringt, hätte ich mich vielleicht gar nicht getraut, die Anfangshürden zu überwinden – und erst gar nicht angefangen.

Ich bin dankbar dafür, dass es so kam wie es kam – denn als ich mitten drin war, stellte sich nie die Frage, aufzugeben. Ich war bereit, Wege zu finden und die Hürden zu meistern.  Anfangs war es nicht immer leicht, es waren viele Stolpersteine da. Immer wieder kamen Themen auf, die gelöst werden wollten. Fast wäre es an einem Abwassergutachten gescheitert, das eine Menge Geld kostete. Ich war nicht bereit, so viel Geld für etwas zu bezahlen, das in keiner Relation zu dem stand, was ich an „verschmutztem“ Wasser abführe. Vor allem, weil ich ausschließlich mit wasserbasierten Farben arbeite, die Ökotex zertifiziert sind.

Siebdruck ist nichts für nebenbei.

Ich gründete im Keller meines Elternhauses meine erste Werkstatt und begann neben meinem 40 Stunden Job Siebdruck-Aufträge abzuwickeln – abends und an den Wochenenden.

Als die Druckaufträge immer mehr und immer größer wurden, tat ich mir zunehmend schwer. Mir fehlte die Routine, die nötige Ruhe und oftmals auch die Geduld – immerhin hatte ich so gut wie keine Freizeit mehr.

Dann ging ein großer Auftrag richtig schief. Ich sollte für ein Event eines Kunden 300 Shirts drucken – für mich als Hand-Siebdruck-Werkstatt mega viel.  Ich spannte meine ganze Familie ein, damit ich termingerecht fertig werde. Dann ging auch noch ein Teil meines Belichters kaputt. Und dann kam die Reklamation. Der Kunde war nicht zufrieden mit dem Ergebnis, und auch ich musste zugeben, die Qualität entsprach definitiv nicht meinen Ansprüchen. Der Kunde gab mir die Chance, die 300 Shirts neu zu drucken – und machte Druck, denn es waren nur noch 2 Wochen bis zu dem geplanten Event und in einer so kurzen Zeit eine neue Druckerei zu finden war schwer.

Mein ganzes Umfeld versuchte mich zu überreden, den Auftrag nicht abzusagen. „Das ist doch ein riesen Auftrag. Die werden nie wieder zu dir kommen. Das spricht sich doch herum.“ Mein Freund, meine Schwester, meine Eltern – alle versicherten mir, zu helfen. Es hat mich innerlich zerrissen, ich wollte nur noch heulen, konnte nicht mehr schlafen. Doch ich lehnte den Auftrag ab. Ich blieb mir selbst treu. Denn ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass das Ergebnis – auch wenn mir alle helfen würden und sich der kaputte Belichter reparieren ließe – vielleicht nur ein bisschen besser gewesen wäre als der erste Druck, weil uns allen einfach die Routine und die Erfahrung fehlte. Es hätte auch bedeutet, eine Woche lang jede Nacht nach der normalen Arbeit im Keller zu stehen und zu produzieren. Unter immensem Zeitdruck, zu einer Qualität, die nicht der entspricht, die ich liefern möchte.

Heute bin ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Denn der Kunde und ich fanden eine Lösung, die für uns beide passte. Und nach diesem Fauxpas stellte ich fest, dass eine Siebdruck-Werkstatt nebenbei nicht funktioniert.

Es braucht Ruhe, Geduld, Zeit, Routine und Erfahrung um dieses Business angemessen zu betreiben. Und ich stand vor der wichtigsten Entscheidung meines Lebens: Alles verkaufen, mit dem Siebdruck aufhören – oder eine Lösung finden?

Da es LeiSa heute noch gibt, wisst ihr, was meine Antwort war. Ich ging in Bildungsteilzeit und kündigte wenig später meinen Vollzeit-Job als Grafikerin. Ich begann für wenige Stunden im Kino Kirchdorf zu arbeiten, verließ mein Elternhaus und eröffnete meine eigene Werkstatt in einem gemieteten Raum – in der Öffentlichkeit.

2019 war das erste Jahr, in dem ich von meiner Selbstständigkeit lebte.

Dabei möchte ich bleiben, denn es ist das Beste was ich beruflich aus meinem Leben machen konnte. Ich möchte weiterhin selbst mit Siebdruck arbeiten und andere Menschen für das Handwerk begeistern.

Es gibt viele DIY-Zugänge zum Siebdruck, aber ich finde es wird oftmals zu vereinfacht dargestellt. Mir fällt auf, dass viele dieser Beginner-Sets unbenutzt oder wenig benutzt rasch wieder verkauft werden. Manchmal braucht es jemanden, der einem hilft.

Ja, Siebdruck ist mega genial und drucken an sich geht rasch und macht Spaß. Doch das ganze Rundherum braucht Geduld, Erfahrung, Durchhaltevermögen, Zeit und Raum. Das möchte ich dir in meiner Werkstatt ermöglichen.

Hallo, ich bin LeiSa – Sabrina Leitner